Das Hauptgericht: Leiche mit Kaffeebohnen – „Tokyo Ghoul“ – Review

Tokyo Ghoul CoverEin saftiges Stück Menschenfleisch, dazu eine Tasse starken Espresso und fertig ist das Sternemenu für Ghule. Diese Monster in Menschengestalt haben bei Kazé eine Heimat in Deutschland gefunden. Seit Mai diesen Jahres verkauft der Verlag den von Sui Ishida stammenden Manga für 6,95 € pro Exemplar. Bisher sind zwei Bände erschienen und die Nummer drei steht schon in den Startlöchern. Und darum geht’s…

Der Halbghoul

Der Protagonist Ken besucht mit seinem Kumpel Hide das Café Antik. Die Kellnerinnen sind freundlich und hübsch – aber nicht menschlich. Das Antik ist ein Treffpunkt für Ghule. Doch davon ahnt Ken zunächst nichts. Auf dem Nachhauseweg wird er von Liz, einer besonders starken Ghula verfolgt und angegriffen. Beim Anblick des Jungen läuft ihr bereits das Wasser im Mund zusammen. Durch einen Unfall bleibt Ken jedoch das Schicksal erspart, als Ghulmahlzeit zu enden. Liz stirbt und er wird lebensgefährlich verletzt. Zum Überleben braucht er Spenderorgane. Aber die Zeit ist zu knapp. Kens Arzt steht vor einem Problem. Soll er sich an die Vorschriften halten und den Jungen sterben lassen oder vielleicht…? Liz und Ken haben dieselbe Blutgruppe. Sie kommt als Spender in Frage. Sein Arzt trifft eine folgenschwere Entscheidung. Er transplantiert ihm die Organe von Liz. Ken wird zum Ghul!

Tokyo Ghoul 4Tokyo Ghoul 3Was bin ich?

Und damit kommt er ganz und gar nicht klar. Die größte Herausforderung für den schüchternen Studenten ist das Essen. Denn Ghule können sich nicht von menschlichen Lebensmitteln ernähren. Für sie schmeckt alles verdorben: Suppe riecht nach Maschinenöl und Steak schmeckt nach Schweineinnereien. Alles ungenießbar! Um nicht zu verhungern bleibt ihm nur eins: Er muss das Fleisch von Toten essen. Doch das kann er nicht! Er gerät in einen Gewissenskonflikt. Als Mensch geboren, in einen Ghul verwandelt. Er lebt zwischen zwei Welten, fühlt sich nicht als Ghul und ist doch kein Mensch mehr. Ken droht an dieser Situation zu zerbrechen, wird zu einem seelischen und körperlichen Wrack, schottet sich ab und geht nicht mehr zur Uni. Doch dann…

Meisterwerk oder Trash

Isolation, Einsamkeit, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, der Umgang mit Veränderungen – Probleme, mit denen heutzutage viele Menschen zu kämpfen haben, so auch Ken. Sui Ishidas Manga „Tokyo Ghoul“ widmet sich all diesen aktuellen und zeitlosen Themen. Ken wird damit zu einer Identifikationsfigur für den Leser. Das sorgt für Spannung bis zur letzten Seite. Passend dazu ist auch die Grundstimmung des Manga äußerst düster. Dieser Effekt wird durch die kontrastreichen Zeichnungen und die bildhaften Vergleiche zusätzlich verstärkt. Und doch gibt es auch den ein oder anderen schönen Moment und man freut sich mit Ken. Auch, wenn diese nur von kurzer Dauer sind.

Und die Moral von der Geschicht?

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Wer auf eine anspruchsvolle, emotionale und vielschichtige Story steht, sollte sich „Tokyo Ghoul“ auf jeden Fall einmal ansehen. Am Ende belohnt Kazé den Leser auch noch mit einem lustigen „Tokyo-Ghoul“-Bonuskapitel. Natürlich ähnelt der Manga mit seinen menschenfressenden Ghulen stark den vielen anderen 0815-Zombiegeschichten. Allerdings ist die Umsetzung alles andere als Durchschnitt. Kurzum: Daumen hoch für „Tokyo Ghoul“!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Kame sagt:

    Mir gefällt die Aufteilung, ich selber hätte deine Meinung noch etwas deutlicher herauslesen möchten, es wirkt ein wenig neutral und analytisch, was dir speziell zusagt und ähnliches könnte noch klarer heraustechen. Ansonsten gefiel mir die Zusammenfassung, ein Daumen Hoch Logo am Ende wäre vielleicht noch optisch hübsch ^^

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s