„Manga-Mittwoch“ Ausgabe 4/13: „Angel Sanctuary“ – teuflische Engel

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Der von der Managaka Kaori Yuki stammende Manga „Angel Sanctuary“ hält eine spannende aber zugleich komplexe Handlung bereit. Doch was ist es, das diese Komplexität und Spannung ausmacht?

Zunächst einmal sollte erwähnt werden, dass „Angel Sanctuary“ kein aktuelles Werk Kaori Yukis ist. Der Manga erschien erstmals bereits 1994 bei Hakusensha und wurde 2000 abgeschlossen. Noch im selben Jahr erschien eine dreiteilige Anime-Serie. „Angel Santuary“ umfasst insgesamt 20 Bände. Diese erschienen u.a. von 2001 bis 2004 beim Carlsen-Verlag zum Preis von 6,00 €. Dass der Manga bereits in den 90ern erschien, kann man gut erkennen, da der Zeichenstil typisch für dieses Jahrzehnt ist.

IMG_1420Aber nun zum Inhalt: Wer „Blue Exorcist“ kennt, dem werden hier Parallelen auffallen, zumindest, was das Setting betrifft. So gibt es auch in „Angel Sanctuary“ zwei Welten – Assiah, die Menschenwelt und Gehena, die Welt der Dämonen. Diese sind wie zwei Seiten einer Medaille, d.h. alles was in der Menschenwelt geschieht hat auch Auswirkungen auf die Welt der Dämonen und umgekehrt. Noch bevor die Handlung einsetzt, gibt es einen großen Krieg zwischen den Dämonen und Gott und seinen Engeln. Der Engel Alexiel schlug sich in diesem auf die Seite der Dämonen, weil sie den von Gott und Engeln begonnenen Krieg als falsch und ungerecht empfand. Dies hatte zur Folge, dass sie letztlich ihrem Zwillingsbruder Rosiel gegenüberstand. Rosiel ist eine paradoxe Figur. Zwar ist er auch ein Engel, verhält sich jedoch wie ein Teufel. Er ist launisch und unberechbar. Ein Menschenleben bedeutet ihm nichts. Aufgrund seiner Schönheit ist er zudem sehr eingebildet und arrogant. Aus dem Kampf mit Alexiel geht er als Verlierer hervor und wird daraufhin von dieser versiegelt. Doch auch Alexiel, die im Gegensatz zu ihrem Bruder mitfühlend ist und sich um andere sorgt, geht nicht unbeschadet aus dem Kampf hervor. Ihr Körper wird versiegelt und ihre Seele wieder geboren – als Setsuna Mudô. Hier beginnt die Handlung des Manga.

Kurai und Arakune finden den Körper Alexiels und haben es sich zur Aufgabe gemacht sie wieder zu beleben und so Vergeltung für die Kriegsopfer zu üben. Die beiden sind Dämonen. Kurai ist weiblich, temperament- aber auch gefühlvoll. Arakune hingegen ist männlich, obwohl er eher feminin wirkt und sich auch so fühlt. Bei ihrer Suche nach Alexiels Seele, die sie natürlich zu ihrer Wiederbelebung brauchen, stoßen sie auf Setsuna. Dieser ist sehr ehrlich. Er spricht alles frei aus, was er denkt. Er ist liebevoll und umsorgend – hauptsächlich jedoch in Bezug auf Sara, seine Schwester. Beide sind zur Hälfte britisch und haben daher braune Haare. Unter anderem wegen seines Aussehens gerät Setsuna leicht in Schlägereien und gewinnt diese auch meist, vorausgesetzt er sieht kein Blut und fällt in Ohnmacht. Setsuna ist bis über beide Ohren in seine fürsorgliche aber auch temperamentvolle Schwester verliebt. Was er jedoch zu Beginn noch nicht weiß, ist dass sie seine Gefühle erwidert.

IMG_1421Auf der anderen Seite gibt es nun den stoischen Engel Katan. Er ist ein überaus loyaler Diener Rosiels und versucht seinen Herren aus seiner Versiegelung zu befreien. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, verteilt er das PC-Spiel „Angel Sanctuary“ an Schüler, die allesamt kurze Zeit danach sterben. Mithilfe des Spiels sammelt Katan Daten über die betroffenen Personen und nutzt deren Energie zur Wiederbelebung Rosiels, welcher nun Rache an Alexiel üben will.

Wie man gut erkennen kann ist „Angel Sanctuary“, zumindest zu Beginn, äußerst komplex. Der Leser wird von den vielen Informationen und Charakteren geradezu erschlagen. Hinzu kommt, dass anfangs nicht immer klar ersichtlich ist, von welcher Figur bestimmte Äußerungen stammen. Allerdings zwingt die Mangaka so den Leser sich mit der Story auseinanderzusetzen. Zudem fügen sich die einzelnen Informationen im weiteren Verlauf der Geschichte zu einem Gesamtbild zusammen, wodurch man der Handlung leichter folgen kann.

Fazit: „Angel Sanctuary“ bietet eine äußerst interessante und spannende, aber auch komplexe Story. Das wiederum erfordert einen hohen Grad an Konzentration und Reflexion der Handlung. Wer also etwas anspruchsvollere Unterhaltung sucht und gefordert werden möchte, ist bei „Angel Sanctuary“ genau richtig.

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Anmerkung: Die Rezension bezieht sich ausschließlich auf den ersten Band des Manga. Falls ich irgendetwas übersehen haben sollte oder euch ein Fehler auffällt, kommentiert das einfach und ich verbessere bzw. ergänze es. 🙂

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Kame sagt:

    Großes Plus für Bilder und Cover, wirkt gleich sehr viel Dynamischer, doch eine persönliche Ansicht fehlt mir etwas, hat dir alles wunderbar an der Serie gefallen? Ich kenne nur den Anime aber war es nicht teilweise SEHR nervig das jede Figur leicht transsexuell war, zumindest alle übernatürlichen? ^^;

    Ansonsten würde ich sagen diverse Sachen wie Namen der Hauptfiguren, Preis und Verlag dick und/oder Farbig hervorheben, das mache ich zumindest immer, aber das ist nur ne persönliche Ansicht, Auch das Wertungssystem sieht nett aus, wirkt aber etwas unkreativ wenns eh fast immer volle Anzahl ist. Vielleicht lieber eine Extraspalte mit z.B. „WTF-Faktor“ und dann zum vollen Anschlag aufdrehen ^^ Oder ein dicker Prozentbalken?

    Ansonsten schön das du auch mal ältere Werke ansprichst

    1. Toni sagt:

      Das Bewertungssystem werde ich bei den folgenden Artikeln mal überarbeiten… Naja ich will eigentlich immer so neutral wie möglich sein^^ Aber stimmt schon. Die Transsexualität der Figuren ist besonders nervig, wenn man sich so in der Mitte des Bandes fragt: „Warte mal. War das jetzt ein Mann oder eine Frau?“ und wieder zurückblättern muss xD

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